Styleguide
Ein Styleguide hält die Gestaltungsregeln eines Betriebs schriftlich fest: Logo, Farben, Schriften, Bilder und ihre richtige Anwendung.
Auch: Style Guide, Brand Guidelines, Gestaltungsrichtlinie, Designrichtlinien
Styleguide, einfach erklärt
Ein Styleguide ist das Regelwerk zum Erscheinungsbild. Er beschreibt, wie Logo, Farben, Schriften, Bilder und Layouts verwendet werden und wie nicht. Er ist das Dokument, das ein Corporate Design nutzbar macht: für Sie, für Mitarbeitende, für die Druckerei, für Webdesign und für alle, die in Ihrem Namen etwas gestalten.
Typischer Inhalt sind das Logo mit Varianten, Mindestgröße und Schutzraum, die Farbpalette mit Farbwerten für Bildschirm und Druck, die Schriften samt Größen und Zeilenabständen, Hinweise zu Bildern und Fotos, Beispiele für Briefbogen, Angebot, Beitrag und Anzeige sowie Verbote wie „Logo nicht verzerren“. Bei Websites kommen Abstände, Schaltflächen, Formulare und Zustände wie Fokus hinzu.
Der Nutzen zeigt sich später. Ohne Styleguide entstehen mit jeder neuen Person und jedem neuen Medium leichte Abweichungen, bis der Auftritt zerfasert. Mit Styleguide lässt sich schnell prüfen, ob etwas passt. Er hilft auch beim Wechsel von Dienstleistern, weil die Regeln nicht im Kopf einer einzelnen Person liegen. Auch Lesbarkeit gehört hinein: Nach WCAG 2.2 sollte normaler Text mit mindestens 4,5:1 Kontrast zum Hintergrund dargestellt werden, großer Text mit mindestens 3:1.
Nicht jeder Betrieb braucht ein dickes Handbuch. Für kleine Betriebe reichen oft wenige Seiten, die ehrlich zeigen, was gilt. Ein Styleguide, der nicht gepflegt wird, schadet mehr, als er nützt: Ändern sich Logo oder Farbe, muss das Dokument mitziehen. Vom Styleguide zu unterscheiden ist das Designsystem, die technische Fassung für Websites und Apps mit fertigen Bausteinen.
Worauf Sie achten sollten.
Kurz und benutzbar
Wenige Seiten, die jemand wirklich aufschlägt, sind besser als ein Handbuch im Regal.
Farbwerte und Schriften genau benennen
Mit exakten Werten treffen Druckerei und Website dieselbe Farbe.
Kontrast prüfen
Normaler Text braucht nach WCAG 2.2 mindestens 4,5:1 Kontrast zum Hintergrund.
Aktuell halten
Ändert sich etwas am Erscheinungsbild, ändert sich auch der Styleguide.
Fragen.
Was ist der Unterschied zwischen Styleguide und Corporate Design?
Das Corporate Design ist das Erscheinungsbild selbst. Der Styleguide ist das Dokument, das die Regeln dazu festhält.
Was gehört in einen Styleguide?
Logo und Varianten, Farben, Schriften, Bildsprache, Beispiele für die wichtigsten Medien und Hinweise, was nicht erlaubt ist.
Welcher Kontrast gilt für Text?
Nach WCAG 2.2 (Erfolgskriterium 1.4.3) mindestens 4,5:1 für normalen Text und 3:1 für großen Text.
Verwandte Begriffe.
Corporate Design
Corporate Design ist das einheitliche Erscheinungsbild eines Betriebs: Logo, Farben, Schriften und Bildsprache in allen Medien.
Logo-Design
Logo-Design ist die Gestaltung des Zeichens, an dem man einen Betrieb erkennt: als Wortmarke, Bildzeichen oder als Kombination aus beidem.
Corporate Identity
Corporate Identity beschreibt, wofür ein Betrieb steht und wie er sich zeigt: durch Verhalten, Kommunikation und Erscheinungsbild.
UX/UI-Design
UX/UI-Design verbindet die Gestaltung der Nutzererfahrung (UX) mit der Gestaltung der Oberfläche (UI), also Ablauf und Aussehen.
Quellen
- W3C: Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) 2.2, Kontrast (Minimum), abgerufen am 14.10.2026
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Leon Werner, Straubing
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